Es liegt uns am Herzen, dass Ihre Werbetaschen genau so aussehen, wie Sie es sich vorstellen. In den vorherigen Artikeln haben wir Musterkarten und Druckdaten besprochen, aber heute schauen wir uns an, warum selbst bei bester Bemühung keine 100%ige Farbübereinstimmung über alle Materialien und Produktionschargen hinweg garantiert werden kann. Wissen Sie, was die Farbabweichung ΔE*ab ist und warum sich die Farbe je nachdem ändert, ob Sie im Büro oder draußen in der Sonne stehen?
Was sagt uns der ΔE*ab-Wert?
In der Druckindustrie verwenden wir zur Messung des Unterschieds zwischen zwei Farben die Metrik ΔE*ab (im CIELAB-Farbraum). Es handelt sich um eine standardisierte Berechnung, die uns hilft, das beabsichtigte Grafikdesign mit dem tatsächlich auf die Papiertüten gedruckten Ergebnis zu vergleichen.
Wie sind diese Werte im Druck zu verstehen?
- ΔE*ab 0–1: Nicht wahrnehmbare Abweichung.
- ΔE*ab 1–2: Sehr geringe Abweichung (nur für ein geübtes Auge erkennbar).
- ΔE*ab 3–5: Mittlere Abweichung – der Unterschied ist sichtbar, liegt aber noch innerhalb der Drucknorm.
- ΔE*ab > 5: Inakzeptable Abweichung, die dem menschlichen Auge nicht gefällt.
Bei der Herstellung von maschinellen Papiertüten nach Maß geben wir diesen Parameter oft direkt im Angebot an, damit Sie sich der Qualität des Ergebnisses sicher sein können.
Die Farbabweichung ΔE*ab wird als räumlicher Abstand zwischen zwei Punkten im CIELAB-Farbraum gemessen. Der Raum ist dreidimensional und besteht aus drei Achsen:
- L* (Helligkeit): Drückt die Helligkeit aus, sie reicht von 0 (absolutes Schwarz) bis 100 (hellstes Weiß).
- a* (Achse Grün-Rot): Der Wert 0 ist neutrales Grau. Negative Werte stehen für Grün und positive Werte für Rot.
- b* (Achse Blau-Gelb): Der Wert 0 ist neutrales Grau. Negative Werte stehen für Blau und positive Werte für Gelb.
Wie steht es um die Farbigkeit unserer Taschen im Online-Shop?
Wir bemühen uns, die Farbigkeit bei allen unseren Produktionschargen maximal zu kontrollieren. Dennoch kommt es bei der Papierherstellung und dem anschließenden Druck zu kleinen Abweichungen. Was bedeutet das in der Praxis?
Zum Beispiel kann die blaue Papiertüte ExtraTWIST, die im Januar hergestellt wurde, einen leicht anderen Farbton haben als dieselbe Tasche, die im September hergestellt wurde. Schuld daran sind auch äußere Einflüsse wie Licht, Feuchtigkeit oder Temperatur, mit denen wir in unseren Lagern rechnen, damit es nicht zur Farbdegradation kommt. Dennoch kann ein geschultes Auge einen feinen Unterschied bemerken, wenn man eine kleine und eine große blaue Tasche ExtraTWIST aus unterschiedlichen Chargen nebeneinanderlegt.
Ähnlich verhält es sich mit der weißen Farbe. Weiße Papiertüten können je nachdem, wie das Papier hergestellt und gelagert wurde, einen unterschiedlichen Weißgrad haben. Es kann also vorkommen, dass die Papiertüte ExtraTWIST einen anderen Weißton hat als die weiße Tasche Twister. Unser Ziel ist es, diese Unterschiede zu minimieren, aber eine identische Übereinstimmung über das gesamte Sortiment hinweg kann nicht zu hundert Prozent garantiert werden.
Warum ist manches Papier „weißer“ als Weiß?
Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass manche weiße Taschen strahlend rein wirken, während andere daneben gelblich oder gräulich erscheinen. Hinter diesem Effekt stehen optische Aufheller (OBA – Optical Brightening Agents). Das sind Stoffe, die nach dem Prinzip der Fluoreszenz funktionieren: Sie absorbieren für das menschliche Auge unsichtbare UV-Strahlung und wandeln sie in sichtbares blaues Licht um.
Unser Gehirn nimmt diese blaue Reflexion als helles, brillantes Weiß wahr. Man findet sie überall um uns herum – in Waschmitteln, damit Hemden strahlen, sowie in Büro- und Kreidepapieren, damit sie hochwertiger wirken. In der Druckindustrie werden diese Aufheller direkt in Form von Fasern in den Papierstoff gegeben, um den natürlichen gelblichen Farbstich der Zellulose auszugleichen.
Achtung bei Licht: Gerade bei Papieren mit hohem OBA-Gehalt zeigt sich die Metamerie am stärksten. Da diese Stoffe auf den UV-Anteil des Lichts reagieren, wirkt die Tasche im Tageslicht (das viel UV-Strahlung enthält) anders als im Innenraum unter einer gewöhnlichen LED-Lampe, wo sie „wärmer“ und weniger strahlend wirkt.
Die Falle namens Metamerie: Warum „lügen“ Farben in der Sonne?
Ist es Ihnen schon einmal passiert, dass ein schwarzes Sakko und eine schwarze Hose im Geschäft zusammengepasst haben, aber im Tageslicht jedes Stück einen anderen Farbton hatte? Das ist Metamerie. Dieses Phänomen tritt auf, wenn zwei Pigmente eine unterschiedliche chemische Zusammensetzung haben. Unter künstlicher Beleuchtung täuschen sie das Gehirn, aber kaltes Sonnenlicht deckt ihre Unterschiedlichkeit sofort auf. Deshalb werden unsere Design-Stofftaschen oder Geschenktaschen unter standardisierter Beleuchtung bewertet.
Saugfähigkeit und Textur: Der Unterschied zwischen Papier und Baumwolle
Möchten Sie Papiertaschen und Baumwolltaschen mit demselben Firmenlogo in PANTONE C bedrucken? Wir können damit umgehen. Für jedes Material mischen wir die Farben unterschiedlich, um für das menschliche Auge den gleichen visuellen Eindruck zu erzielen. Mehr über PANTONE-Farben erfahren Sie in unserem Beitrag über Farbmusterkarten.
Eine wichtige Rolle spielt jedoch die Saugfähigkeit:
- Stofftaschen bedrucken: Baumwollfasern absorbieren eine größere Menge an Farbe. Hier kommt es zum „Klettverschluss-Effekt“ – die Baumwolle nimmt die Farbe auf und lässt sie nicht wieder an die Oberfläche zurück. Die Oberfläche ist nicht glatt, was eine andere Lichtbrechung verursacht als bei Papier.
- Papiertüten bedrucken: Kraft-Papier ist weniger strukturiert, die Farbe bildet darauf einen glatteren Film und wirkt nicht so „matt“ wie auf Textil.
Wahl der Technologie: Welche Farbe erhalten Sie?
Bei der Wahl einer Papiertüte spielen die gewählte Technologie und ihre Deckkraft eine entscheidende Rolle:
1. Flexodruck: Ideal günstiger Öko-Druck
Diese Technologie eignet sich hervorragend für große Auflagen (über 1.000 Stück). Es werden Farben auf Wasserbasis verwendet (Farbfächer PANTONE U). Diese Farben ziehen in die Papierstruktur ein und bilden keinen dicken Film auf der Oberfläche der Tasche, sodass die resultierende Farbgebung von der Farbe des bedruckten Materials beeinflusst wird.
Ergebnis: Wenn wir Weiß auf braune Werbetaschen drucken, entsteht ein „natürliches“ Weiß und kein leuchtendes Schneeweiß. Das ist ideal für Unternehmen, die möchten, dass ihre Öko-Tasche natürlich wirkt.
2. Digitaldruck: Achtung bei braunem Untergrund
Beim Digitaldruck werden CMYK-Tinten verwendet. Mehr über diesen Farbraum erfahren Sie im Artikel Das Geheimnis des perfekten Drucks: Warum leuchtet der Monitor?.
Ergebnis: Die Tinten sind nicht sehr deckend. Wenn Sie beim Digitaldruck Farbtreue und Farbintensität beibehalten möchten, empfohlen wir, weiße Papiertüten zu wählen. Der Druck auf braunem Untergrund wird immer von der braunen Papierfarbe beeinflusst.
3. Siebdruck: Premiumqualität und hohe Deckkraft
Wenn Sie luxuriöse Papiertüten suchen oder Baumwolltaschen mit eigenem Druck und absolut präzisem Logo wünschen, wählen Sie Siebdruck.
Ergebnis: Wir verwenden Direktfarben PANTONE C, die eine hohe Viskosität und Deckkraft aufweisen. Die Farbe bleibt als glatter, glänzender Film auf der Oberfläche. Mit Siebdruck bedrucken wir sowohl Stofftaschen zum Umhängen als auch maschinell gefertigte Papiertaschen und luxuriöse Geschenktaschen, wobei die Farbe des Untergrunds das Ergebnis nicht beeinflusst.
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